
Sieht man am späten Nachmittag auf dem Place Djemaa el Fna den unzähligen Feuerspuckern und Schlangenbeschwörern, Quacksalbern, Wahrsagern und Märchenerzählern zu, beginnt man unweigerlich an fliegende Teppiche zu glauben: Marrakech versprüht wie keine zweite Stadt Marokkos den Zauber des Mittelalters. Vergoldete Paläste mit duftenden Gärten erzählen von großen und verschwendungssüchtigen Herrschern, alte Moscheen beflügeln die Fantasie. In den prächtigen Souks bieten Töpfer, Textilhändler, Kupfer- und Eisenschmiede, Wollfärber, Holzschnitzer, Leder-, Schmuck- und Teppichverkäufer ihre Waren an. Nur überaus konsequente Konsumverweigerer kommen aus den weit verzweigten Labyrinthen ohne Souvenir heraus. Kein Wunder, dass die Provinzhauptstadt am Nordfuß des Hohen Atlas auch "Die Perle des Südens" genannt wird: Marrakech bereisen bedeutet pulsierenden Orient erleben. Die drittgrößte Stadt Marokkos besitzt darüber hinaus eine eigene Universität, einen internationalen Flughafen und die bedeutende Medersa Ben Youssef, die im 16. Jahrhundert ausgebaute Koranschule. Wahrzeichen der Stadt ist die Koutoubia- Moschee mit dem 69 Meter hohen Minarett und natürlich die zwölf Kilometer lange, imposante, von Zypressen, Dattelpalmen und Kiefern überragte Stadtmauer.
1 Comments:
Die Mauern von Marrakech sind rötlich und zwei Meter dick. Man findet mächtige, alte Bollwerke verschiedener Stile und zahlreiche monumentale Stadttore. Unser späterer Versuch, diese lehmfarbene aus Stampflehm errichtete Stadtmauer zu umrunden, mißlang kläglich. Auf einer Länge von 16 Kilometern umschließt sie Marrakech. Sie zählt 20 Stadttore, 202 Wachtürme und unendlich viele Zinnen. Die Mauer wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Die Wachtürme und ein vorgelagerter Graben trugen zur Verteidigung bei.
Sie hat eine Dicke von 1,40 bis 2,00 m und einen Wehrgang, sowie in vielen Bereichen eine Zinnen tragende Brustwehr.
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